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Bertram Rutz: Half Past Jazz

Ausstellung vom 01.12.2015 bis 31.01.2015
Bertram Rutz: Half Past Jazz
Neue Linolschnitte
Finissage am Freitag, den 29. Januar um 19 Uhr:

Texte von Jelly Roll Morton, Billie Holiday, Miles Davis, Nina Simone, Till Brönner und anderen werden zum Abschluss der Ausstellung gelesen unter der Überschrift „Von New Orleans bis Viersen. Die Autobiographie des Jazz“.

Blues und der aus ihm hervorgegangene Jazz sind Musikformen, die Ende des 19. Jahrhunderts im Süden der Vereinigten Staaten entstanden sind.
Diese Musik war in einer Zeit schlimmster Unterdrückung und Depression oft die einzige Möglichkeit zu Selbstbehauptung, Selbstreflexion und Selbstbewusstsein für die unterdrückte afroamerikanische Bevölkerung.
Ein Akt des Widerstands ebenso wie Manifest von Freude, Trauer, Ekstase, ein Ausdruck von Kampf, Überlebenswillen und dem letztendlichen Triumph, denn diese Musik stellt die Grundlage von allem dar, was danach in der populären Musik passieren sollte.

In seinem aus 40 jeweils zweiteiligen Linolschnitten bestehenden Zyklus „Half Past Jazz“ aus dem Jahr 2013 zeigt Bertram Rutz die Zeit- und Sozialgeschichte, aber auch den aus dem alltäglichen Überleben entstandenen Mythos des Jazz.
Szenen aus dem ländlichen und städtischen Amerika von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis in die 60er Jahre folgen den Klängen afroamerikanischer Musik.
Die Arbeit auf den Baumwollfeldern des Mississippi-Deltas wird ebenso heraufbeschworen wie die Gassen des alten New Orleans mit ihren Marching Bands, der Exodus der schwarzen Bevölkerung in die Industriestädte des Nordens, das Nachtleben in Harlem und der Kampf um die Selbstbestimmung in der Bürgerrechtsbewegung.

Zur Ausstellung erscheint eine Sonderedition, der Linolschnitt „This Train / Drop Me Off In Harlem“.
Bertram Rutz wird am Abend der Eröffnung selber eine kurze Einführung in seine Arbeit geben.