Alle Artikel mit dem Schlagwort “Lesung

18.10.2017 * Ingeborg Gleichauf: Gudrun Ensslin

Poesie und Gewalt

Die Autorin Ingeborg Gleichauf, erfahrene Biographin verschiedenster Persönlichkeiten, zeichnet das Bild einer extremen Person und eines extremen Lebensweges. Gudrun Ensslin ist bekannt als zentrales Mitglied der Roten Armee Fraktion. Dieses postum holzschnittartige Bild unterzieht Gleichauf einer grundsätzlichen Revision: sie beschreibt Ensslins geistige und politische Entwicklung und zeigt auf, wie aus dem intellektuellen, literarisch hoch gebildeten Bürgertum des Nachkriegs-Westdeutschland scheinbar unbegreifliche Gewaltbereitschaft erwuchs.

Mittwoch, 18.10.2017, 19.30 Uhr
Lesung & Diskussion
Ingeborg Gleichauf:
Poesie und Gewalt – Das Leben der Gudrun Ensslin
Moderation: Mareen Heying

Ingeborg Gleichauf, geboren 1953, studierte Philosophie und Germanistik und promovierte über Ingeborg Bachmann. Unter ihren zahlreichen Veröffentlichungen finden sich erfolgreiche Biographien über Max Frisch, Hannah Arendt und Simone de Beauvoir. Sie lebt in Freiburg.

 

 

Ingeborg Gleichauf
Poesie und Gewalt
Das Leben der Gudrun Ensslin
Klett-Cotta 2017
ISBN 9783608949186
350 S., 22 €

19.01.2017 * Okwiri Oduor (Kenia)

Von Köpfen und Geistern

Okwiri Oduor (Kenia) My Father’s Head

Übersetzerin: Sophia Ring

Moderation: Stephanie Kreiner

Eine Veranstaltung des Projektes „Über Übersetzen“ der Heinrich-Heine Universität mit Unterstützung des Allerweltshaus Köln.e.V., der Kunststiftung NRW und dem Lehrförderfonds der Universität.

Beginn: 19.30 Uhr – Der Eintritt ist frei

Mit dieser Kurzgeschichte um Vater, Tochter und ihre im Nachhinein neu beleuchtete Beziehung gewann Okwiri Oduor 2014 den renommierten Caine Prize for African Writing. Im Rahmen des Commonwealth Book Prize 2012 erhielt bereits die Novelle The Dream Chasers der Kenianerin viel Beachtung.

 

07.09.2016 * Frank Westerman: Reden. Reden? Reden!

Spricht man mit Terroristen?

Frank Westerman arbeitete als Entwicklungshelfer bzw. freier Journalist in u.a. Kamerun, Kuba, Mexiko, Sierra Leone und im ehemaligen Jugoslawien. Von 1997 bis 2000 war er Korrespondent in Moskau für das NRC Handelsblatt. Seine Bücher wurden vielfach ausgezeichnet.

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Mittwoch, 07.09.2016, 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation und Übersetzung: Gerd Busse
Eintritt 6 €

Was können Worte gegen Gewalt ausrichten? Haben sie überhaupt eine Chance? Frank Westerman rekonstruiert in seinem neuen Buch terroristisch motivierte Geiselnahmen – Anschläge der südmolukkischen Minderheit in den Niederlanden, die Entführung Hanns Martin Schleyers durch die RAF, die grausamen Geiselaktionen tschetschenischer Rebellen in Russland bis hin zum Charlie-Hebdo-Attentat in Paris – und beleuchtet sie aus der Perspektive von Tätern, Opfern und der Staatsmacht, der die schwierige Aufgabe zukommt, mit den Terroristen zu verhandeln, um Menschenleben zu retten. Welche Strategien nutzen die Unterhändler, welche Lehren ziehen Geiselnehmer daraus für ihre nächsten Aktionen? Westerman rückt hautnah an das Geschehen heran, bringt eigene Erfahrungen ein, nimmt an Gewalt-Deeskalationstrainings teil, trifft Attentäter und international anerkannte Unterhändler. Eine packende Reportage über eines der drängendsten Probleme unserer Zeit.

 

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Reden. Reden? Reden!
Spricht man mit Terroristen?
Christoph Links Verlag 2016, 240 S., 20 €
ISBN: 9783861539100

21.04.2016 * Dietmar Sous: Roxy

Lesen in der Klause Spezial
Dietmar Sous liest ROXY

Dietmar Sous, 1954 in Stolberg geboren, hat mit „Roxy“ einen POPulären Roman und ein wunderbares Zeit- und Sittenbild der 70er Jahre in der rheinischen Provinz geschaffen.

Donnerstag, 21.04.2016, 20 Uhr Eintritt 5 €
Lesung & Gespräch
mit Gastgeber Sven-André Dreyer

Sven-André Dreyer, 1973 in Düsseldorf geboren, ist Germanist, Online-Redakteur und freier Autor. Seit seinem literarischen Debüt 2007 veröffentlichte Dreyer diverse Prosa- und Lyrikwerke. Darüber hinaus ist er als Initiator und Veranstalter der Lesereihe „Lesen in der Klause“ in Düsseldorf sowie als Ensemblemitglied der Reihen „Sonny Wenzel & Freunde“ und „fett & kursiv“ in Köln bekannt.

9783887473150

Dietmar Sous, ROXY

Dietmar Sous
Roxy
Roman
Transit Verlag 2015
144 S., 16,80 €
ISBN 978-3-88747-315-0


Zeit: Die allerbeste, nämlich Mitte siebziger Jahre.
Ort: Eine Kleinstadt mit Fußgängerzone, Kino und Autobahnanschluss irgendwo zwischen Köln und Aachen.
Held: Roxy (eigentlich Paul), knapp achtzehn Jahre, Außen­seiter, Analphabet (deswegen Radio- und Schulfunk-Fan), Hilfsarbeiter, Deserteur und schließlich Zivi im Krankenhaus; verliebt sich ziemlich aussichtslos in Sonja, Tochter aus gutem Hause.
Personal:Sonja, Gymnasiastin, trifft bei Hausarbeiten über den Röhmputsch auf Roxy, der alles darüber weiß. Herr Kessler, Fabrikant, erklärt Roxy zum Arbeiterdenkmal, schmeisst ihn raus und trifft ihn, angeblich todkrank, im Krankenhaus wieder. Franz Kafka, Autor der Erzählung »Die Verwandlung«, die Roxy als Vorlage für erste Schreib­übungen nutzt. Zippi, Wohngenossin von Roxy und Kämpferin für die Anerkennung der DDR. Schuppe, immer ohne Geld, aber einfallsreich, vermietet seinen Balkon an Voyeure. Han, sehr kleine und sehr höfliche Koreanerin, schützt Roxy vor dem Chefarzt. Adamski, der sich Weihnachten aus Angst vor Einsamkeit ins Krankenhaus schmuggelt. Und viele andere mehr: Mütter, deren Liebhaber, ein Swimming Pool, eine Milchbar, Studenten, die Musik aus Sklavenhalterstaaten nicht mögen, Zigaretten namens Güldenring, Ernte 23, Milde Sorte – und natürlich Roxy Music. Ein Roman über das unangepasste Leben junger Leute, »outcasts« am Rande einer scheinbar sehr heilen Gesellschaft. Geschrieben wie ein Roadmovie: schnell, witzig, schroff und manchmal melancholisch. Mit seltsamen Vögeln, die einem zufliegen, als hätte man sie schon lange gekannt. Mit Geschichten, die so schräg und witzig sind, dass man sie gerne weiter erzählt. Und mit einem Plot, dessen Ende dem Helden trotz hohen Risikos unglaubliches Glück einspielt.