Alle Artikel mit dem Schlagwort “Politik

9. 5. 2017 * Die Rote Hilfe in der Illegalität ab 1933

„Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!“ – Die Rote Hilfe Deutschlands im antifaschistischen Widerstand ab 1933

mit Silke Makowski
(Hans-Litten-Archiv)

Die Veranstaltung ruft den heute fast vergessenen Widerstand der Roten Hilfe gegen den NS-Terror in Erinnerung.

Dienstag, 09.05.2017, 19.30 Uhr
Vortrag & Diskussion
Silke Makowski
„Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern“
Die Rote Hilfe Deutschlands in der Illegalität ab 1933

Nach dem Verbot im Frühjahr 1933 arbeiteten viele RHD-AktivistInnen in der Illegalität weiter – teils in losen Zusammenhängen, teils in gut vernetzten Kleinzellen, die mit dem Zentralvorstand und den zuständigen Bezirksleitungen in Austausch standen. Für die zahllosen KZ-Häftlinge und ihre Angehörigen wurden Spenden gesammelt, verfolgte AktivistInnen und untergetauchte FunktionärInnen mussten mit illegalen Quartieren versorgt oder heimlich über die Grenze ins Exil gebracht werden. Im benachbarten Ausland organisierten Büros der RHD Schlafplätze und materielle Hilfe für die EmigrantInnen und unterstützten die konspirativen Gruppen im Reichsgebiet mit Druckschriften und Geld.
Im antifaschistischen Untergrund ab 1933 waren auffallend viele Frauen aktiv, die nach den Verhaftungen prominenter – meist männlicher – RHD-Mitglieder zentrale Funktionen in der Organisation übernahmen, aber auch „unauffällige“ Hintergrundarbeit leisteten.
Die Widerstandsgruppen der Roten Hilfe erstellten Zeitungen und verteilten Flugblätter, die zum Protest gegen den NS-Terror aufriefen und die praktische Solidaritätsarbeit propagierten.
Die Rote Hilfe Deutschlands war schon in der Weimarer Republik eine große linke
Solidaritätsorganisation, die Ende 1932 fast eine Million Mitglieder umfasste. Trotz ihrer engen Verbindung zur KPD unterstützten Menschen aus verschiedenen Spektren der ArbeiterInnenbewegung ebenso wie linke Prominente die Hilfe für die politischen Gefangenen und ihre Familien oder einzelne Kampagnen der Roten Hilfe.
Selbst nach der offiziellen Auflösung der Roten Hilfe Deutschlands im Jahr 1938 führten dezentrale Strukturen die Unterstützung für die Verfolgten fort.

Die Referentin ist Verfasserin der im September 2016 erschienenen Broschüre „‚Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!‘ – Die Rote Hilfe Deutschlands in der Illegalität ab 1933“, in der das Thema erstmals ausführlich behandelt wird:
Schriftenreihe des Hans-Litten-Archivs zur Geschichte der Roten Hilfe – Band I
Verlag Gegen den Strom
ISBN 3-9809970-4-9,120 S., 7 €

 

 

01.09.2016 * Gedenken an Berta Cáceres

¡Berta Vive! Berta lebt!
Gedenken an Berta Cáceres

Donnerstag, 01.09.2016, 19.30 Uhr

Film „La Voz del Gualcarque/Die Stimme von Gualcarque” (46 Min., OmdU) und Gespräch mit der Regisseurin Paola Reyes.

Die indigene Umwelt-und Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres aus Honduras wurde am 2. März 2016 von Auftragskillern in ihrem Haus ermordet. Sie war 2012 zu Gast in Düsseldorf und berichtete von ihrem Kampf.

Der Film dokumentiert den Kampf von Berta Cáceres gemeinsam mit der indigenen Organisation COPINH gegen das private Staudammprojekt Agua Zarcaauf dem Gebiet der indigenen Lenca-Gemeindenam Fluss Gualcarque.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! –Lateinamerika Gruppe D‘dorf, Attac D‘dorf, BiBaBuze, Nicaragua-Verein D‘dorf, Pax Christi D’dorf, Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen

Gefördert vom Eine-Welt-Beirat der Landeshauptstadt Düsseldorf

04.05.2016 * Tschernobyl – Fukushima – Tihange

30 Jahre Tschernobyl – 5 Jahre Fukushima
Morgen Tihange ?

Am 26. April 1986 kam es zu einem Supergau in der sowjetischen Atomanlage Tschernobyl. 25 Jahre später, am 20. März 2011, kam es zu einem weiterem Supergau in der japanischen Atomanlage in Fukushima. Obwohl die damalige Bundesregierung aus CDU und FDP kurz vorher noch eine Laufzeitverlängerung beschlossen hatten, kam Sie nun nicht mehr umhin, einen Zeitplan für einen Ausstieg aus der Atomenergie zu beschliessen. Im benachbarten Belgien sind noch 2 Atomanlagen in Betrieb die nicht nur von Kritikern der Atomkraft als Schrottreaktoren bezeichnet werden. Die Anlage Tihange in der Nähe von Lüttich ist nur 130 km von Düsseldorf entfernt. Bei einem Supergau dort würden die Auswirkungen solch einer Katastrophe auch hier deutlich zu spüren sein. Aber auch der Widerstand hat sich formiert. Unter anderem hat sich in Aachen ein Aktionsbündnis gegen Atomanlagen gebildet. Um über die Arbeit dieser Initiative und die Situation in und um Tihange zu berichten haben wir den Sprecher der Initiative Jörg Schöllenberg eingeladen.

Mittwoch, 04.05.2016, 19 Uhr
Vortrag & Diskussion
mit Jörg Schöllenberg (Aktionsbündnis gegen Atomanlagen Aachen)

30 Jahre Tschernobyl – 5 Jahre Fukushima
Morgen Tihange?
in Kooperation mit DIE LINKE Kreisverband Düsseldorf und Düssel Solar

Dienstag, 03.11.2015 * Werner Heinz: (Ohn)mächtige Städte

in Zeiten der neoliberalen Globalisierung

Städte – vielfach als machtvolle Akteure und „Motoren der Entwicklung“ bezeichnet – sind im Kontext fortschreitender Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung einem immer dichter werdenden Netz externer Zwänge und Vorgaben und einem weitreichenden Veränderungsschub ausgesetzt. Diese Veränderungen betreffen alle kommunalen Bereiche:

attacddf-logo

Dienstag, 03.11.2015, 19.30 Uhr
Werner Heinz
(Ohn)mächtige Städte
in Kooperation mit attac Düsseldorf
Eintritt 3 €

von Wirtschafts- über Sozial- und Siedlungsstruktur bis zur politisch-administrativen Organisation. Gleichzeitig werden Handlungsspielräume und Kompetenzen von Städten immer stärker eingeschränkt, kommunale Politiken undStrategien als Folge steigenden Wettbewerbsdrucks zunehmend durch den Mainstream der Angebotsorientierung bestimmt. Sind Städte unter diesen Bedingungen noch machtvolle Akteure oder sind sie kaum mehr als machtlos Getriebene? Können sie in die aktuellen Herausforderungen steuernd und kontrollierend eingreifen oder bedarf es eines tiefgreifenden Paradigmenwechsels, der nicht allein die kommunale Ebene, sondern alle kommunal relevanten Akteure einbezieht? Mit dieser Umbruchsituation und den damit zusammenhängenden Fragen setzt sich der Band in konziser und pointierter Form auseinander.
Werner Heinz gibt in seinem Buch einen guten und lesenswerten Überblick über die Auswirkungen der neoliberalen Globalisierung auf Städte in Deutschland. (…) Wer sich heute mit Kommunalpolitik beschäftigt, sollte es lesen, nicht zuletzt um die kommunalpolitische Praxis besser in globale Prozesse einordnen und verstehen zu können. Einfache Rezepte, was zu tun wäre, sollten allerdings nicht erwartet werden.
(Thomas Eberhardt-Köster – Attac Theorieblog – http://theorieblog.attac.de)

Werner Heinz, Dr. phil., Dipl.-Ing.; nach Studium von Architektur, Stadtplanung und Soziologie Tätigkeit als freier Planer und Berater; von 1978 – 2009 Projektleiter im Deutschen Institut für Urbanistik, dem zentralen Forschungs- und Beratungsinstitut der deutschen Städte – zunächst in Berlin, ab 1984 Leiter der Kölner Abteilung des Instituts. Durchführung und Leitung einer Vielzahl von Studien sowie zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge zu Fragen kommunaler und regionaler Entwicklung(spolitik), überwiegend im internationalen Kontext; vielfältige kommunale Beratungs- und Moderationstätigkeiten. Gegenwärtig freier Berater und Autor.

 

721-8

Werner Heinz
(Ohn)mächtige Städte
in Zeiten der neoliberalen Globalisierung
Mit einem Vorwort von Frank Bsirske
Westfälisches Dampfboot 2015, gebunden, 194 Seiten, 14,90€
ISBN: 978-3-89691-721-8