Alle Artikel mit dem Schlagwort “Politisches Buch

26.4.17 * Tim Engartner: Staat im Ausverkauf

 

Marode Schulen und Krankenhäuser, explodierende Mieten in städtischen Zentren, steigende Preise für Wasser, Gas und Strom, geschlossene Filialen der Deutschen Post, „Verzögerungen im Betriebsablauf“ bei der Deutschen Bahn – dies alles geht auch auf den großen Ausverkauf der öffentlichen Hand zurück, der in Deutschland während der Kanzlerschaft Helmut Kohls einsetzte. In der Überzeugung, dass Privatisierungen Dienstleistungen besser, billiger und bürgernäher machen, schüttelt „Vater Staat“ bis heute immer mehr Aufgaben ab – wie ein Baum seine Blätter im Herbst. Anhand besonders eindrücklicher Beispiele analysiert Tim Engartner in sieben Kapiteln – Bildung, Verkehr, Militär, Post und Telekommunikation, soziale Sicherung, Gesundheit und kommunale Versorgung – die Privatisierungen in Deutschland und ordnet sie in internationale Zusammenhänge ein. Sein Weckruf zeigt: Diese Politik, die von allen regierenden Parteien betrieben wurde und immer noch wird, ist nicht alternativlos.

Mittwoch, 26.04.2017, 19.30 Uhr, Eintritt 5 €
Das neue politische Buch
Moderation: Iris Witt
Tim Engartner: Staat im Ausverkauf
Privatisierung in Deutschland
Das Buch:  Campus Verlag 2016
268 S., ISBN 9783593435220, 17,99 €

6.2.2017 * Spiel auf Zeit – NS-Verfolgte und ihre Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung

 „Spiel auf Zeit“ belegt an zahlreichen biografischen Beispielen, dass die sogenannte Wiedergutmachung mehr einem Mythos als einem Modell gleicht und präsentiert die „offenen Rechnungen“ der deutschen Geschichte.

In der öffentlichen Wahrnehmung gilt die Politik der Bundesrepublik weltweit als Modell einer gelungenen Entschädigung für die Opfer von Kriegsverbrechen und Verfolgung. Tatsächlich hat die Mehrheit der mehr als 20 Millionen NS-Verfolgten nie eine Entschädigung erhalten.

Montag, 06.02.2017, 19.30 Uhr, Eintritt frei
Buchvorstellung mit Lesung und Lichtbildvortrag
Nina Schulz und Elisabeth Mena Urbitsch: Spiel auf Zeit

NS-Verfolgte und ihre Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung

Das Buch zeichnet sich dadurch aus, eine transnationale Dimension in die Debatte einzuführen und die Perspektiven der Verfolgten in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Journalistin Nina Schulz und die Fotografin Elisabeth Mena Urbitsch arbeiten seit 2005 als Team zusammen. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Reportagen zu erinnerungspolitischen Themen. Ihre Reportage „Spiel auf Zeit“ zu Überlebenden des Nationalsozialismus und deren Kampf um ihre Ghettorenten wurde 2010 mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet.
2015 bekamen sie diesen Preis ein zweites Mal für ihre Reportage „Hasenbrote“ aus der Reihe „Offene Rechnungen“, in der sie die andauernden Auseinandersetzungen von NS-Verfolgten um Anerkennung und Entschädigung darstellen. Nina Schulz und Elisabeth Mena Urbitsch leben in Hamburg.

Nina Schulz und Elisabeth Mena Urbitsch
Spiel auf Zeit
NS-Verfolgte und ihre Kämpfe um Anerkennung und Entschädigung
Assoziation A 2016, 368 S., 24 €
ISBN 9783862414512

 

Veranstalter_innen: Arbeitskreis Gedenkstättenfahrten, Buchladen BiBaBuZe, ZAKK, Projekt Erinnerungs- und Lernort des AStA HSD, Erinnerungsort Alter Schlachthof HSD, Antifaschistischer Arbeitskreis (HSD)

 

AUSVERKAUFT 26.01.2017 * Ulrike Herrmann

Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung

Ulrike Herrmann

Journalistin bei der taz und Autorin, stellt ihr neues Buch vor. Sie zeigt darin auf, dass die herrschende ökonomische Lehre nicht die Realität abbildet und wir dagegen bereits bei Smith, Marx und Keynes fast alles finden, um unser Wirtschaftssystem zu verstehen.

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Donnerstag, 26.01.2017, 19.30 Uhr
Ulrike Herrmann
Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung
in Kooperation mit attac Düsseldorf
Eintritt 5 € / VVK 4 €
Die Veranstaltung ist ausverkauft

Warum kommt es zu Finanzkrisen? Warum sind die Reichen reich und die Armen arm? Wie funktioniert Geld? Woher kommt das Wachstum? Schon Kinder stellen diese Fragen – aber Ökonomen können sie nicht beantworten. Viele basteln an theoretischen Modellen, die mit der Realität nichts zu tun haben.
Leider kosten die Irrtümer den Ökonomen nicht nur Milliarden, sondern sogar Menschenleben. Wer verstehen will was falsch läuft, muss die Klassiker kennen: Adam Smith, Karl Marx und Maynard Keynes. Sie werden an den Universitäten kaum, falsch oder gar nicht mehr gelehrt. Dabei haben diese Theoretiker die besten Antworten gegeben. Man muss sie neu entdecken.

 

Ulrike Herrmann
Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung
Die Krise der heutige Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können
Westend 2016, kt., 288 Seiten, 18 €
ISBN: 978-3-86489-141-0

Ulrike Herrmann, geb. 1964, ist Wirtschaftskorrespondentin der Tageszeitung taz. Sie ist ausgebildete Bankkauffrau, hat Geschichte und Philosophie studiert und ist ein typisches Mittelstandskind. Sie stammt aus einem Vorort von Hamburg, wo alle Bewohner an den gesellschaftlichen Aufstieg glaubten.

07.09.2016 * Frank Westerman: Reden. Reden? Reden!

Spricht man mit Terroristen?

Frank Westerman arbeitete als Entwicklungshelfer bzw. freier Journalist in u.a. Kamerun, Kuba, Mexiko, Sierra Leone und im ehemaligen Jugoslawien. Von 1997 bis 2000 war er Korrespondent in Moskau für das NRC Handelsblatt. Seine Bücher wurden vielfach ausgezeichnet.

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Mittwoch, 07.09.2016, 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation und Übersetzung: Gerd Busse
Eintritt 6 €

Was können Worte gegen Gewalt ausrichten? Haben sie überhaupt eine Chance? Frank Westerman rekonstruiert in seinem neuen Buch terroristisch motivierte Geiselnahmen – Anschläge der südmolukkischen Minderheit in den Niederlanden, die Entführung Hanns Martin Schleyers durch die RAF, die grausamen Geiselaktionen tschetschenischer Rebellen in Russland bis hin zum Charlie-Hebdo-Attentat in Paris – und beleuchtet sie aus der Perspektive von Tätern, Opfern und der Staatsmacht, der die schwierige Aufgabe zukommt, mit den Terroristen zu verhandeln, um Menschenleben zu retten. Welche Strategien nutzen die Unterhändler, welche Lehren ziehen Geiselnehmer daraus für ihre nächsten Aktionen? Westerman rückt hautnah an das Geschehen heran, bringt eigene Erfahrungen ein, nimmt an Gewalt-Deeskalationstrainings teil, trifft Attentäter und international anerkannte Unterhändler. Eine packende Reportage über eines der drängendsten Probleme unserer Zeit.

 

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Reden. Reden? Reden!
Spricht man mit Terroristen?
Christoph Links Verlag 2016, 240 S., 20 €
ISBN: 9783861539100

21.09.2016 * Klaus Theweleit: Das Lachen der Täter

Klaus Theweleit liest
Das Lachen der Täter: Breivik u.a.
Psychogramm der Tötungslust

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Mittwoch, 21.09.2016, 19.30 Uhr
in der Reihe „das neue politische buch“
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Moderation: Anke Hoffstadt

 

Vom Lachen der Killer wird in zahlreichen Fällen erzählt, auch die deutschen Wehrmachtssoldaten sollen einander in englischer Kriegsgefangenschaft ihre Gräueltaten mit großer Heiterkeit berichtet haben. Hinter dem Lachen verbirgt sich aber auch die andere Seite der Tötungslust: die kalte Rationalität der Rede, wenn die Täter ihre Taten öffentlich begründen. So kommt Anders Breiviks Verteidigung vor Gericht dem Text eines Statistikseminars über Einwandererzahlen in Norwegen nahe. Theweleits Essay entlarvt die Begründungssprache als Deckmantel der Tötungslust, denn, so die provokante Kritik des Autors, begründen lässt sich alles, doch glauben sollte man davon eher nichts.

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Das Lachen der Täter: Breivik u.a.
Psychogramm der Tötungslust
Residenz Verlag 2015, 248 S., 22,90 €
ISBN 978-3-7017-1637-1
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Einer von uns
Die Geschichte eines Massenmörders
Kein & Aber 2016, 544 S., 26 €
ISBN 978-3-0369-5740-1
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Zwischen Amok und Alzheimer
Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus
Brandes & Apsel 2015, 289 S., 24,90 €
ISBN 978-3-95558-108-4