Alle Artikel mit dem Schlagwort “Politisches Buch

im Herbst * Frank Deppe: 1968

1968: Zeiten des Übergangs

Frank Deppe  analysiert die Ereignisse des Jahres 1968 im Kontext der damaligen weltpolitischen und ökonomischen Strukturveränderungen und fragt auch nach der aktuellen Rezep­tion.

Dienstag, 08.05.2018, 19.30 Uhr, Eintritt 5 €
Verschoben auf Herbst 2018, da sich das Erscheinen des Buchs verzögert
Buchvorstellung
Frank Deppe
1968
Zeiten des Übergangs
in Kooperation mit der VVN-BdA

Was ist aus den Helden der »Revolution« geworden? Wie wurde 1968 von den Liberalen in die Erfolgsgeschichte der europäischen Führungsmacht Deutschland integriert? Und er geht auf das ungebrochene Bedürfnis rechtsradikal-nationalkonservativer und christlich-fundamentalistischer Kräfte nach einer »Revanche für 68« ein.

Frank Deppe:
1968: Zeiten des Übergangs
Das Ende des „Golden Age“, Revolten & Reformbewegungen, Klassenkämpfe & Eurokommunismus
VSA Verlag 2018
Kt., 144 S., ISBN 978-3-89965-794-4, 12,80 €

Dienstag, 24.04.2018 * Achim Raven: Plappern macht Schule

Zwischenbemerkung zu Schule und Sprache

In Lehrerzimmern ebenso beliebt wie wohlfeil: Der behagliche Grusel, dass am Gymnasium so viele Kinder und Jugendliche weder richtig zu schreiben noch sich angemessen auszudrücken fähig seien. Selten kommt jemand auf den Gedanken, dass Schüler*innen so schreiben und sprechen, wie sie es an einem Ort beigebracht kriegen, wo Bescheidwissen, Selbststeuerung und Leistungsvergleich höchste Priorität haben.
Der Autor resümiert nach vierzigjähriger Tätigkeit am Gymnasium:
1. Pädagogischer Gestaltungsspielraum ist a priori bürokratisch reguliert und erschöpft sich in der kreativen Anwendung verbindlicher Umsetzungsmodalitäten.
2. Der Eigensinn und die längst vergessene docta ignorantia könnten immerhin geringfügige Gegenkräfte freisetzen. Dass es zu einem solchen Resümee des Bestecks theoretischer Kritik bedarf, steht außer Frage.

Dienstag, 24.04.2018, 19.30 Uhr, Eintritt frei
Buchvorstellung
Achim Raven
Plappern macht Schule
Zwischenbemerkung zu Schule und Sprache
Moderation: Georg Noe

onomato Verlag 2017
256 S., kt., 18 €
ISBN9783944891606

22.03.2018 * Stephanie Kuhnen: Lesben raus!

Stephanie Kuhnen stellt ihren Sammelband „Lesben raus! – Für mehr lesbische Sichtbarkeit“ vor.

Es heißt, Lesben sind unsichtbar und eine aussterbende Identität. Angesichts der historisch einmaligen Situation, dass mehrere Generationen in einer toleranteren Gesellschaft sich offen zeigen können, hätte es über die Jahre eine steigende lesbische Präsenz geben müssen. Stattdessen dominieren schwule Männer Bild und Themen.

Donnerstag, 22.03.2018, 19.30 Uhr, Eintritt 5 €
Buchvorstellung
Stephanie Kuhnen
Lesben raus! – für mehr lesbische Sichtbarkeit
in Kooperation mit der LAG Lesben in NRW

Wenn von Homosexuellen gesprochen wird, dann werden Lesben „mitgemeint“. Wenn es um LSBTTI*-Themen geht, werden selten lesbische Expertinnen befragt. Angeblich gäbe es sie nicht, heißt die Entschuldigung. Auch scheint es, „Queer“ wird lieber zu einer alternativen Identität erhoben, als sich „Lesbe“ zu nennen. Was ist da los?
Sicher ist: Kein Mensch ist unsichtbar! Man wird unsichtbar gemacht oder entscheidet sich für Unsichtbarkeit, um Konflikte zu vermeiden.
Mehr als 20 Autor*innen beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven das Thema und gehen der Frage nach: Wo sind sie denn, die lesbischen Frauen und Transgender? Welche Vorteile und welche Nachteile bringt eine erhöhte Sichtbarkeit? Was führt zur Unsichtbarkeit? Wie kann mehr Sichtbarkeit in allen Bereichen der Gesellschaft hergestellt werden?

Stephanie Kuhnen (Hg.)
Lesben raus!
Querverlag 2017
ISBN 9783896562579
260 S., kt., 16,90  €

22.11.2017 * Charlotte Wiedemann: Der neue Iran

TERMINÄNDERUNG!
Am ursprünglich vorgesehenen Dienstag, den 21.11.  ist Charlotte Wiedemann verhindert.

Wussten Sie, dass in Iran … mehr Frauen als Männer studieren?

Die Islamische Republik Iran steht heute für eine autoritäre, auf Technologie und Militär fixierte Moderne, in der sich gleichwohl eine genuin iranische Kultur behaupten konnte. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist tief und birgt sozialen Sprengstoff.

Mittwoch, 22.11.2017, 19.30 Uhr
Lesung & Diskussion
Charlotte Wiedemann
Der neue Iran
Eine Gesellschaft tritt aus dem Schatten
Moderation: Irene Dänzer-Vanotti
In Kooperation mit der Heinrich Böll-Stiftung  NRW

Zugleich ist das Land weitaus offener als seine Nachbarn. Innerhalb der Gesellschaft herrscht aber Uneinigkeit: Welche Rolle sollen Tradition und Religion im Iran der Zukunft spielen? Wie viel Verwestlichung ist erwünscht?

Leben im Iran, diesem Vielvölkerstaat von bald 80 Millionen Menschen, ist ein permanenter Prozess des Aushandelns.

Wiedemann führt durch ganz unterschiedliche Milieus der Gesellschaft: von der Theaterszene zum schiitischen Volksislam, vom kurdischen Sufi-Kloster zum Sabbat in einer jüdischen Familie. Kenntnisreich und fesselnd analysiert sie das Weltbild der Iraner, ihre in Jahrhunderten kolonialer Bevormundung entstandenen Ängste und ihren manchmal obsessiven Nationalstolz.

Charlotte Wiedemann
Der neue Iran
Eine Gesellschaft tritt aus dem Schatten
DTV 2017
ISBN 9783423281249
304 S., geb. mit farbigem Bildteil, 22 €

Charlotte Wiedemann ist Journalistin und Autorin mit dem Schwerpunkt »Islamische Lebenswelten«. Sie hat mehrere Bücher veröffentlicht. Über Iran schrieb sie u.a. für die ›Zeit‹, ›Geo‹, ›NZZ‹ und ›Le Monde Diplomatique‹. Den Iran bereist sie seit 13 Jahren als Journalistin wie als Privatperson.

26.10.2017 * Volker Weiß: Die autoritäre Revolte

Scharfsinnig zeigt Volker Weiß die brisante Entwicklung des neuen rechten Denkens auf. Er porträtiert die wichtigsten Akteure der rechtspopulistischen Bewegungen mitsamt deren Strategien und Methoden. Eine dichte Darstellung von Geschichte und Gegenwart einer Neuen Rechten, deren Aufschwung nicht überraschend war.

Donnerstag, 26.10.2017, 19.30 Uhr
Vortrag & Diskussion
Volker Weiß: Die autoritäre Revolte
Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes
Moderation: Fabian Virchow

In diesem Buch bietet Volker Weiß die erste grundsätzliche und historisch fundierte Diagnose zu den rechtspopulistischen Phänomenen Pegida, AfD u.a. Er untersucht das vielfältige Spektrum der neuen rechten Bewegungen und untersucht ihre Herkunft und Vernetzung. Dabei endet sein Rückblick in die deutsche Geschichte nicht beim nationalsozialistischen Deutschland, Weiß sieht weiter zurück ans Ende des 19. Jahrhunderts und erklärt die Übergänge vom Konservatismus zum streng nationalen Denken der „Steigbügelhalter“ des deutschen Faschismus zum heutigen Rechtspopulismus. „Die autoritäre Revolte“ ist ein im  besten Sinne aufklärerisches Buch, das jede Phrasendrescherei und billige Vereinfachung vermeidet.

Volker Weiß
Die autoritäre Revolte
Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes
Klett-Cotta Verlag 2017
ISBN 9783608949070
304 S., 20 €

Volker Weiß, Dr. phil., geboren 1972. Der Historiker schreibt für DIE ZEIT und ZEIT Geschichte, Jungle World, Frankfurter Rundschau, Taz, Spiegel-Online. Er ist Autor einer international beachteten Studie zur »Konservativen Revolution« und übte (aus historischer Perspektive) scharfe Kritik an Thilo Sarrazin. Er gilt als einer der besten Kenner der neurechten Szene.