im Herbst * Frank Deppe: 1968

1968: Zeiten des Übergangs

Frank Deppe  analysiert die Ereignisse des Jahres 1968 im Kontext der damaligen weltpolitischen und ökonomischen Strukturveränderungen und fragt auch nach der aktuellen Rezep­tion.

Dienstag, 08.05.2018, 19.30 Uhr, Eintritt 5 €
Verschoben auf Herbst 2018, da sich das Erscheinen des Buchs verzögert
Buchvorstellung
Frank Deppe
1968
Zeiten des Übergangs
in Kooperation mit der VVN-BdA

Was ist aus den Helden der »Revolution« geworden? Wie wurde 1968 von den Liberalen in die Erfolgsgeschichte der europäischen Führungsmacht Deutschland integriert? Und er geht auf das ungebrochene Bedürfnis rechtsradikal-nationalkonservativer und christlich-fundamentalistischer Kräfte nach einer »Revanche für 68« ein.

Frank Deppe:
1968: Zeiten des Übergangs
Das Ende des „Golden Age“, Revolten & Reformbewegungen, Klassenkämpfe & Eurokommunismus
VSA Verlag 2018
Kt., 144 S., ISBN 978-3-89965-794-4, 12,80 €

16.04. – 31.05.2018 * Ausstellung: Toni Tripp

TT-Bilderdienst – Anton Tripps proletarische Ansichten von und zu Düsseldorf

Anton „Toni“ Tripp (* 2. August 1911 in Essen; † 2. August 1991 in Düsseldorf)

Der Düsseldorfer Fotograf Toni Tripp rückt die Licht- und Schattenseiten des „Wirtschaftswunders“ der 50–70er Jahre ins Blickfeld. Er hält Augenblicke fest, die im Alltag gern übersehen werden. Wie arbeitete, wohnte – schlicht gesagt – wie lebte man in Düsseldorf in der Zeit des Wirtschaftswunders. Die ausgestellten Fotos verdeutlichen das soziale Engagement des Fotografen. Die Kamera ist sein Werkzeug, das er professionell beherrschte. Wichtiger aber ist sein Einmischen in die sozialen politischen Verhältnisse. In diesem Sinn war Tripp nicht Beobachter. Er verstand sich als Stadtpoet und Historiker. „Grabe wo du stehst“ beeinflusste seine Sichtweise. Seine Fotos sind bedrückend, aber nicht resignativ. In einer Fotoserie hält Tripp die Lebensfreude der Kinder fest. Zugleich zeigt er jedoch auch die Schattenseite.
(UZ, September 2016)

Tripps Werdegang als Fotograf begann 1929 mit einem Studium an der Folkwangschule bei Max Burchartz in Essen, das er nach kurzer Zeit abbrach. Von 1937 bis 1940 absolvierte Tripp eine Lehre als Fotograf. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er zunächst nach Schlüchtern, wo er 1946 zum Landrat ernannt wurde. Die Ernennung wurde jedoch durch die US-Militärregierung aufgrund seiner Zugehörigkeit zur KPD nach nur zwei Tagen widerrufen.

Ab 1947 war Tripp als Fotograf tägig, wobei er hauptsächlich das Genre der Arbeiterfotografie bediente. Selbst überzeugter Kommunist, arbeitete er als Journalist und Bildredakteur für sozialistische Zeitschriften wie „Arbeiterfotografie“, „Die Liga“, „Frau und Frieden“ oder „Poeten für den Frieden“. Er dokumentierte Zechenstilllegungen, Protest- und Ostermärsche, Arbeitskämpfe sowie das Alltagsleben der Arbeiterklasse an Rhein und Ruhr. Zwischen 1951 und 1969 unterhielt er in Düsseldorf den TT-Bilderdienst, mit dem er zahlreiche Zeitungen, wie den Spiegel, sowie Nachrichten- und Presseagenturen belieferte.
(Wikipedeia)

 

1.3.2018 * Vernissage: Hans Binn

Komische Zeichnungen zierten bereits die Schulbücher und Schulhefte des Düsseldorfer Künstlers Hans Binn, Jg. 1954, der seit 6 Jahren auf einem kleinen Hügel in der Bretagne sitzt und die allgemeine Verbretterung der Köpfe im Weltgeschehen beobachtet und zu Papier bringt.
Wir zeigen eine kleine Auswahl dieser Zeichnungen.

Donnerstag, 01. 03.2018, 19 Uhr, Eintritt frei
Vernissage
Hans Binn
Bretter, die die Welt bedeuten
Ausstellung bis 15. April 2018

Dienstag, 24.04.2018 * Achim Raven: Plappern macht Schule

Zwischenbemerkung zu Schule und Sprache

In Lehrerzimmern ebenso beliebt wie wohlfeil: Der behagliche Grusel, dass am Gymnasium so viele Kinder und Jugendliche weder richtig zu schreiben noch sich angemessen auszudrücken fähig seien. Selten kommt jemand auf den Gedanken, dass Schüler*innen so schreiben und sprechen, wie sie es an einem Ort beigebracht kriegen, wo Bescheidwissen, Selbststeuerung und Leistungsvergleich höchste Priorität haben.
Der Autor resümiert nach vierzigjähriger Tätigkeit am Gymnasium:
1. Pädagogischer Gestaltungsspielraum ist a priori bürokratisch reguliert und erschöpft sich in der kreativen Anwendung verbindlicher Umsetzungsmodalitäten.
2. Der Eigensinn und die längst vergessene docta ignorantia könnten immerhin geringfügige Gegenkräfte freisetzen. Dass es zu einem solchen Resümee des Bestecks theoretischer Kritik bedarf, steht außer Frage.

Dienstag, 24.04.2018, 19.30 Uhr, Eintritt frei
Buchvorstellung
Achim Raven
Plappern macht Schule
Zwischenbemerkung zu Schule und Sprache
Moderation: Georg Noe

onomato Verlag 2017
256 S., kt., 18 €
ISBN9783944891606